TaiShan_00164Der friedvolle Tag geht zu Ende. Die verspäteten Käfer und Schmetterlinge beeilen sich in ihre kleine Blumenkammer. Die Großen Pandas schlummern verträumt auf grünen Wiesen oder in ihren Behausungen. Alles wartet auf die sternenfunkelnde Nacht. Die Natur geht zur Ruhe und freut sich auf den Schlaf und Träume. Sogar der erst gestern erblühte Pflaumenbaum freut sich auf die Nacht. Ab und zu weht eine sanfte Brise, die Luft ist voll der Blumendüfte und die wachen Winde plaudern noch mit den schläfrigen Vögeln. Die Menschen haben ihre Kleider und ihre Kümmernisse ausgezogen und sich zur Ruhe begeben. Ihr Schlummer ist tief und fest. Die Energie wollen sie für den ganz normalen Morgen tanken. Und dann – ganz plötzlich, leuchtet dieser Morgen. Es ist ein seltsamer Morgen, alles ist zuerst still und angespannt, als ob sich die Räder der Zeit nicht mehr bewegen. Die Blitze schießen durch die Lüfte, ein Rumoren, das Bersten der Häuser, die Scheiben zersplittern , die Erde öffnet ihren Schlund und schluckt gierig die sterbenden Massen. Es herrscht Tod, Verwüstung, Schmerz, Schrei und Unfassbarkeit! Die sanfte herrliche Mutter bebt zornig und wütend, das große Leid und die Tränen netzen ihre dämonischen Wangen. Die Endlosigkeit der Ohnmacht und kein Ende. Eine friedliche Welt gerät aus den Fugen. Die Lichter erlöschen, die Lebensuhren ticken nicht mehr und das Dasein hat plötzlich keinen Sinn mehr. Die Zauberwelt der Großen Pandas und der kleinen und der großen Lebewesen existiert nicht mehr, es herrscht der Dämon mit der hässlichen Fratze der Zerstörung. Es bleibt nur ein Fünkchen Hoffnung, dass die Welt wieder mit einem leisen Hauch das neue Leben gebären wird. Fotos: © Filos BFXB_1 Sch-4bamboo2010
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